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Gedenkstättenfahrt nach Esterwegen – die Hölle im Moor

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gedenken und Erinnern“ organisierten DGB, GEW und Die Linke Rheine am Samstag, den 21.02.2026, eine Busfahrt zur Gedenkstätte Esterwegen bei Papenburg, in der an die 15 Emslandlager erinnert wird. In diesen Konzentrationslagern wurden bis 1945 politische Häftlinge, Straf– und Kriegsgefangene unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert und gequält und mussten dort Zwangsarbeit leisten. Es war „die Hölle im Moor“, wie die Insassen die Lager bezeichneten.
Mitarbeiter*innen der Gedenkstätte führten die Teilnehmenden über das Gelände und erläuterten die Geschichte des Lagers in einem einstündigen Vortrag.
Unmittelbar nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden die Lager Esterwegen, Neusustrum und Börgermoor errichtet. Politische Gegner – vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter – wurden hier ohne Gerichtsurteil inhaftiert.
Im Lager Börgermoor entstand 1933 das bekannte Lied „Wir sind die Moorsoldaten“. Es beschreibt eindringlich die schwere Moorarbeit und die Sehnsucht nach Freiheit. Das Lied wurde zu einem Symbol des Widerstands und der Solidarität. International verbreitete es sich als Zeichen des antifaschistischen Kampfes – im Lager selbst wurde es schnell verboten.
Etwa 200.000 Menschen waren in den Emslandlagern eingesperrt, darunter rund 80.000 KZ-Häftlinge und mehr als 120.000 ausländische, vor allem sowjetische Kriegsgefangene. Mehr als 20.000 von ihnen starben an Unterernährung, Krankheiten, Misshandlungen oder wurden gezielt ermordet.
Zu den bekanntesten Häftlingen zählten der Publizist und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der SPD-Politiker Julius Leber und der Gewerkschafter Wilhelm Leuschner.. Auch aus Rheine wurden politische Gegner dorthin verschleppt, darunter der KPD-Ratsherr Bernhard Alfrink, der 1933 Widerstand gegen das NS-Regime organisiert hatte. Über ihn, sowie die mit ihm verhafteten Heinrich Dornekott und Hermann Plambeck, wurde beim Rundgang über das Gelände und später auf der Rückfahrt im Bus berichtet und so ein lokalhistorischer Bezug zu Rheine hergestellt.
In der 2011 offiziell eröffneten Gedenkstätte wurde im Außenbereich auf die Rekonstruktion der Häftlingsbaracken bewusst verzichtet. Ihre ehemaligen Standorte sind durch Roteichen markiert. Die Größe des Lagers wird dadurch eindrucksvoll visualisiert: Bis zu 2.000 Menschen waren hier gleichzeitig untergebracht. Der rot-braune Lavaschotter im Lagerbereich greift die Monotonie der Barackenbebauung sowie die Ödnis und Trostlosigkeit der Moorlandschaft auf. Besucherwege, Wachtürme und Mauern bestehen aus Cortenstahl, der kontrolliert rostet und Vergänglichkeit und Härte symbolisieren soll.
Zum Gedenken an das Leid der vielen gefolterten und ermordeten Menschen sowie an den mutigen Widerstand gegen das NS-Regime legten die Teilnehmenden an der Gedenkwand einen Kranz nieder. Und als Mahnung, dass sich eine solche Barbarei niemals wiederholen darf.

Auf dem Foto von links  Sabine Fischer (GEW-Kreisverband Steinfurt),
                                         Herbert Bühner (DGB Kreisverband Steinfurt)
                                         Clara Calitri und Ronja Vollmann (Die Linke Ortsverband Rheine)

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