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Castortransporte geraten ins Stocken – Zeit umzudenken!

Über zweieinhalb Monate ist es nun her, dass der erste Castortransport in der Nacht vom 24. auf den 25. März 2026 aus Jülich nach Ahaus gerollt ist. In der Zwischenzeit wurden vier Castoren auf die riskante Überfahrt geschickt. Am 21. Mai 2026 erfolgte der bisher letzte Transport im angekündigten Zwei-Wochen-Rhythmus. Laut dem Auftraggeber JEN (Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen) pausieren die Transporte derzeit aufgrund fehlender Kapazitäten des Transportdienstleisters. 

Am Mittwoch, den 10.06.2026 versammelten sich erneut knapp 50 Demonstrant:innen am Ahauser Bahnhof zu einer Fahrraddemo, um gegen den Fortlauf der Transporte zu protestieren. Auch Die Linke Kreisverband Steinfurt war erneut vor Ort vertreten. Die Partei wollte damit nicht nur ein klares Zeichen gegen die Handhabung und Durchführung der riskanten Castor-Transporte quer durch das gesamte Bundesland setzen, sondern auch auf die explodierenden Kosten der „Option Ahaus“ mitsamt der begleitenden Polizeieinsätze hinweisen.

„Dass die Transporte nach dem vierten Castor schon ins Stocken geraten, beweist, wie irrsinnig der Plan ist, 152 Castoren durch das gesamte Bundesland transportieren zu wollen“, erklärt Josua Kümper, Vorsitzender Die Linke Kreisverband Steinfurt.

Die aktuelle Genehmigung für die Transporte der 152 Behälter aus Jülich läuft im August 2027 aus. Danach wäre eine Verlängerung durch das zuständige Bundesamt nötig. Rein rechnerisch ist ein termintreuer Abschluss der Transporte beim aktuellen Fortschritt völlig unrealistisch. Wenn man davon ausginge, dass ab jetzt wieder alle zwei Wochen ein Castor rollt, würde der Transport der verbleibenden 148 Behälter in Jülich über 5,6 Jahre dauern.

Ob gebündelt in 50 Konvois oder in bis zu 148 Einzeltransporten: Fest steht, dass jede Fahrt immense Kosten für die öffentliche Hand verursacht. Allein der erste Transport vom 24./25. März hat nach einer Anfrage der Steinfurter Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier (Die Linke) im Bundestag bereits 280.000 Euro gekostet, veranschlagt waren von der JEN laut WDR-Berichten lediglich 90.000 Euro. Die aus der Anfrage hervorgehende Realkostensumme bezieht sich allerdings lediglich auf die Kosten des Transportunternehmens, die Personalkosten der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) und Gutachterkosten. Sowohl die Kosten für den Polizeieinsatz als auch die eigenen Personalkosten der JEN sind in diesem Betrag noch gar nicht eingerechnet.

„Die Castortransporte nach Ahaus sind sicherheitspolitisch unnötig und haushaltspolitisch absurd. Die Rechnung, Ahaus sei günstiger als ein neues Zwischenlager in Jülich, ist spätestens jetzt lächerlich: Schon die ersten Transporte verschlingen enorme Summen, ohne Polizei- und Folgekosten überhaupt vollständig abzubilden. Statt weiter Geld in riskante Castor-Korso quer durch NRW zu versenken, hätte man längst in eine sichere Lagerlösung am Standort Jülich investieren müssen. Und vor allem gehört jeder verfügbare Euro endlich in die Suche nach einem echten Endlager. Atommüll verschwindet nicht, nur weil man ihn auf die Autobahn schickt.“ So die Bundestagsabgeordnete Mareike Hermeier (Die Linke)

Die Linke Kreisverband Steinfurt fordert daher: Die aktuelle Transportpause muss genutzt werden, um die Strategie grundlegend zu überdenken. Anstatt der irrsinnigen Transporte in das Zwischenlager Ahaus, dessen Zulassung bereits im Jahr 2036 ausläuft, muss ein neues Zwischenlager in Jülich gebaut werden. Hendrik Wüst (CDU) und Mona Neubaur (Grüne) haben versprochen, die Castortransporte zu verhindern, sie müssen bezüglich der Kostenaufteilung  umgehend Verhandlungen mit der Bundesregierung aufnehmen. Es darf keine weiteren Transporte von Zwischenlager zu Zwischenlager geben, diese stellen ein unzumutbares Risiko für Gesellschaft und Umwelt dar und ihre Kosteneffizienz ist mehr als fraglich. Eine Umlagerung der Castoren soll erst wieder aufgenommen werden, sobald es ein geeignetes Endlager für den Atommüll gibt. 

Die Linke Kreisverband Steinfurt wird weiterhin zusammen mit den benachbarten Kreisverbänden, der Linken NRW sowie der Bürgerinitiative Ahaus, dem Aktionsbündnis „Sofortiger Atomausstieg Münster“ und zahlreichen weiteren beteiligten Umwelt- und Anti-Atom-Initiativen gegen die Transporte auf die Straße gehen. 

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